Apple Watch: Endlich Mode

Die Apple Watch ist die konsequente Fortsetzung der Philosophie des kalifornischen Unternehmens und doch zugleich ein Bruch mit den ehernen Prinzipien des verewigten Gründers Steve Jobs.

Apple Watch

Die Apple Watch begründet mit eigenen Apps eine neue Produktlinie

Zum einen steckte in Apple schon immer viel von einem Modelabel: Die Versessenheit mit der Jobs den perfekten Farbton des Gehäuses, die exakte Krümmung der Ecken von Bildschirmelementen oder die richtige Verpackung verfolgte, passte eher in die Welt von Christian Dior oder Karl Lagerfeld als zu den unimaginativen, pfennigfuchserischen Kistenschiebern, die bis vor kurzem die Welt der Personal Computer dominierten. Es ging beim Mac immer auch ums Image und um ein Gesamterlebnis. Da passt eine Uhr wie die Apple Watch als klassisches Modeaccessoire perfekt ins Bild.

Und doch verabschiedet sich Apple mit der neuen Apple Watch Produktlinie von ehernen Grundsätzen: Zum einen tritt neben den klassischen Mac mit seinem Betriebssystem Mac OSX und iPod, iPad und iPhone mit iOS, sowie Gadgets wie MacTV und den Inhaltediensten nun eine weitere Kategorie. Entwickler müssen damit allein für iOS sieben Displaygrößen berücksichtigen: zwei jeweils bei iPad und Watch und drei beim iPhone – lässt man die Legacy-Geräte einmal beiseite. Damit dürfte Apple inzwischen deutlich mehr Geräte im Portfolio haben, als einst bei der Wiederkehr von Steve Jobs, der immer eine schlanke und übersichtliche Produktpalette gepredigt hatte. Auch der Vorteil gegenüber Android, bei den Mobilgeräten den App-Designern eine weitgehende einheitliche Displaygröße bieten zu können, ist damit perdu.

Zum anderen gibt es das neue Gadget in zwei Größen (38 mm und 42 mm), in drei Linien (Basis, Sport und Edition) mit jeweils zwei verschiedenen Materialausführungen und dazu sechs verschiedene Armbänder.

2  x 3 x 2 x 6 = 72 verschiedene Ausführungen

Drittanbieter dürften darüber hinaus eine Fülle neuer Austauscharmbänder anbieten. Ungewöhnlich für Apple, dem Kunden so viel Freiheit bei der Gestaltung einzuräumen.

Das muss nicht unbedingt schlecht sein, vielleicht hat Apple einfach dazugelernt, sich weiterentwickelt und kann heute ein komplexeres Produktportfolio managen als einst. Der ideale Kunde muss nun allerdings ein weiteres Gerät aktuell halten – die Apple Watch. Mal sehen, ob Apple ihn dazu motivieren kann.

Schreibe einen Kommentar