Zurück an die Arbeit

Zwei große Umzüge, eine süße kleine Tochter und eine große berufliche Chance für meine Frau: In den vergangenen Monaten gab es so einiges, das mich von meiner Arbeit abgelenkt hat. Und es hat durchaus Spaß gemacht. Besonders meiner kleinen Tochter beim Wachsen zuzusehen war faszinierend. Als ihr großer Bruder in dem Alter war, pendelte ich zuerst unter der Woche nach München, dann täglich nach Hamburg – und habe dabei wohl einiges verpasst. Nun ist aus dem Baby eine junge Dame geworden, die läuft, klettert, mit Lego baut, spricht und Handys zerlegt. Meine Frau hat sich im neuen Job etabliert und auch im Reihenhäuschen hängen die Gardinen und Lampen. Zeit, zurück an die Arbeit zu gehen, also!

Neue Ideen

Denn einiges schwirrt mir schon seit längerem an Ideen durch den Kopf, für das einfach zu wenig Zeit war. Aber für uns Journalisten zählt am Ende nur das, was auch tatsächlich publiziert wird. Der Umzug nach Bremen bietet mir dabei die Möglichkeit, neue Regionen zu erkunden, die von Berlin aus nur schwer zu erreichen waren: Bremen und Niedersachsen natürlich, aber auch Hamburg ist nur noch so weit entfernt, wie eine Fahrt mit der Berliner S-Bahn von Reinickendorf nach Wannsee. Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein oder auch Hessen sind so nah gerückt, dass ein Tagestrip locker möglich ist. Selbst die Niederlande und Belgien liegen nun um die Ecke. Viel Arbeit also!

Arbeit

An die Arbeit

 

 

Apple Watch: Endlich Mode

Die Apple Watch ist die konsequente Fortsetzung der Philosophie des kalifornischen Unternehmens und doch zugleich ein Bruch mit den ehernen Prinzipien des verewigten Gründers Steve Jobs.

Apple Watch

Die Apple Watch begründet mit eigenen Apps eine neue Produktlinie

Zum einen steckte in Apple schon immer viel von einem Modelabel: Die Versessenheit mit der Jobs den perfekten Farbton des Gehäuses, die exakte Krümmung der Ecken von Bildschirmelementen oder die richtige Verpackung verfolgte, passte eher in die Welt von Christian Dior oder Karl Lagerfeld als zu den unimaginativen, pfennigfuchserischen Kistenschiebern, die bis vor kurzem die Welt der Personal Computer dominierten. Es ging beim Mac immer auch ums Image und um ein Gesamterlebnis. Da passt eine Uhr wie die Apple Watch als klassisches Modeaccessoire perfekt ins Bild.

Und doch verabschiedet sich Apple mit der neuen Apple Watch Produktlinie von ehernen Grundsätzen: Zum einen tritt neben den klassischen Mac mit seinem Betriebssystem Mac OSX und iPod, iPad und iPhone mit iOS, sowie Gadgets wie MacTV und den Inhaltediensten nun eine weitere Kategorie. Entwickler müssen damit allein für iOS sieben Displaygrößen berücksichtigen: zwei jeweils bei iPad und Watch und drei beim iPhone – lässt man die Legacy-Geräte einmal beiseite. Damit dürfte Apple inzwischen deutlich mehr Geräte im Portfolio haben, als einst bei der Wiederkehr von Steve Jobs, der immer eine schlanke und übersichtliche Produktpalette gepredigt hatte. Auch der Vorteil gegenüber Android, bei den Mobilgeräten den App-Designern eine weitgehende einheitliche Displaygröße bieten zu können, ist damit perdu.

Zum anderen gibt es das neue Gadget in zwei Größen (38 mm und 42 mm), in drei Linien (Basis, Sport und Edition) mit jeweils zwei verschiedenen Materialausführungen und dazu sechs verschiedene Armbänder.

2  x 3 x 2 x 6 = 72 verschiedene Ausführungen

Drittanbieter dürften darüber hinaus eine Fülle neuer Austauscharmbänder anbieten. Ungewöhnlich für Apple, dem Kunden so viel Freiheit bei der Gestaltung einzuräumen.

Das muss nicht unbedingt schlecht sein, vielleicht hat Apple einfach dazugelernt, sich weiterentwickelt und kann heute ein komplexeres Produktportfolio managen als einst. Der ideale Kunde muss nun allerdings ein weiteres Gerät aktuell halten – die Apple Watch. Mal sehen, ob Apple ihn dazu motivieren kann.

12 Days: Apple macht Geschenke – mit einem Haken

Fast sah es so aus, als wollte Apple seine Kunden dieses Jahr leer ausgehen lassen, aber die schöne Tradition, in der Weihnachtszeit 12 Tage lang täglich über die iPhone-App ein Goodie zu verschenken, durfte nicht sterben. Und so steht seit gestern wieder eine neue Geschenke-App im AppStore bereit. Die Sache hat bloß leider einen Haken: Die 12 Days App läuft nur unter iOS 7! Besitzer eines iPhone 3GS oder gar älter bleiben also außen vor. Oder anders gesagt: Wer Apple nichts schenkt, bekommt auch nichts zurückgeschenkt.

12 Days: 3GS ausgeschlossen

Das iPhone 3GS versucht vergeblich, die 12 Days App zu installieren. Wieder und wieder wächst der blaue Balken, ohne ans Ziel zu kommen.

Eine Krise ist nicht das Ende der Rich Internet Applications

Rich Internet Applications (RIA). In den drei Wörtern steckte mal Musik. Plugins, die dem Browser beibringen, was HTML nicht vermag und die den Kreativen ganz andere Möglichkeiten erschlossen als die Seitenbeschreibungssprache. Dafür stand Adobe Flash wie keine zweite Technologie – auch wenn es mit Microsoft Silverlight natürlich einen leistungsfähigen Konkurrenten gibt. Doch scheinen beide in einer handfesten Krise zu stecken. Da ist Microsoft, das ein großes Silverlight-Update in einem schlichten Entwicklerblog postet  und dessen leitende Mitarbeiter immer mal wieder über ein Aus für Silverlight spekulieren, nur um sich kurz darauf zu korrigieren.

Ankündigung von Microsoft Silverlight 5

Microsoft kündigte Silverlight 5 nur sehr dezent an.

Und Adobe? Das kriselnde Unternehmen hatte im Dezember 2005 für 3,5 Milliarden Dollar in Aktien Macromedia erworben – wegen Flash. Das kleine Plugin war (und ist) in fast jedem Browser installiert. Kontroversen gab es immer, vor allem um die Usability von Flash-Seiten, infrage gestellt war es dadurch ernsthaft nie. Bis das iPhone kam. Steve Jobs Abneigung gegen die Technologie des Wettbewerbers Adobe schien anfangs lächerlich, doch die wachsende Zahl von iPhone-Anwendern in den Analyse-Dateien kommerzieller Websites schuf Fakten: Niemand wollte auf diese Besserverdiener verzichten. Vier Jahre nach dem Start des iPhones verzichtete Adobe darauf, seine Flash-Technologie für Mobilgeräte weiterzuentwickeln, an ihre Stelle sollen nun AIR-Apps treten, was entschieden nicht das gleiche ist.

Für die Kreativen heißt das nun, einen Gang zurückzuschalten, denn es wird lange dauern, bis HTML5 das kann, was Flash oder Silverlight heute leisten. Dennoch werden wohl über kurz oder lang auf diesem Weg die RIAs wieder zurückkehren, dann wenn HTML5 oder sein Nachfolger den Leistungsrückstand aufgeholt haben und wenn Adobe und Microsoft es richtig machen, werden die Kreativen diese neuen RIAs in Flash CS7 oder Expression Studio 5 entwickeln.

Apple bringt Software für den Rest von uns

In den Achtziger-Jahren waren Apple-Produkte ein Privileg erfolgreicher Kreativer, die das nötige Kleingeld hatten, sich die leistungsstarken und edlen Maschinen ins Agenturloft zu stellen. Die Macs waren allerdings mehr als ein Luxus; sie erlaubten es gerade im DTP-Bereich auch, einen geldwerten Mehrwert zu generieren, da sie Leistungen boten, die andere nicht hatten.

Apple Motion X: Einfacher zu bedienen, aber professionelle Anwender vermissen die alten Features

Schwergewicht im Film- und Videomarkt
Viel hat sich seither geändert. Apple-Rechner sind schon lange erschwinglich. (Meinen ersten habe ich mir 1995 als Student gekauft.) Aber die Kreativ-Profis waren doch immer eine treue Kundengruppe – auch und gerade im Videobereich. Mit dem 1999 eingeführten Final Cut Pro wuchs Apple nach und nach zu einem Schwergewicht beim professionellen Filmschnitt heran. Hollywoodfilme wie Benjamin Button oder 300 entstanden auf dem System und große Fernsehsender wie der NDR stellten intern auf das System um. Final Cut Studio 2 und 3 waren echte Erfolge unter den anspruchsvollsten Anwendern; die Farbkorrektur-Komponente Color ist absolute Spitzentechnologie. Hinzu kam das gute Standing des Pixar-Chefs Steve Jobs in der Filmbranche.

Neue Strategie?
Nun scheint es allerdings einen Strategiewechsel in Cupertino gegeben zu haben. Das gestern vorgestellte Final Cut Pro X (FCPX) bedeutet einen radikalen Bruch mit der Vorversion und in den Fachforen der Profi-Anwender herrscht Ernüchterung. Das netteste, was zu hören ist, ist der Hinweis, dass die Vorversion ja noch weiter läuft. Ansonsten aber gibt es herbe Kritik: Kein Multi-Cam-Schnitt mehr, reduzierte Audio- und Video-Editing-Funktionen, kein DVD Studio Pro mehr und viele weitere Verschlechterungen. Es scheint, als habe Apple den High-End-Markt aufgegeben.

Ciao, Profi!
Ein bisschen erinnert Apples neues FCPX an Aperture 3. Ebenfalls eigentlich ein Produkt für den professionellen Markt, das auch enorm starke Funktionen bietet, aber doch auf den ersten Blick aussieht wie ein aufgebohrtes iPhoto und die Profi-Features erst auf den zweiten Blick freigibt. In anderen Bereichen fiel der Schnitt deutlich schärfer aus: Shake, eine absolute Top-Software fürs Compositing, also die Verbindung von Filmmaterial mit visuellen Spezialeffekten, hat Apple einfach eingestellt und auch die Xserve Blade-Server verschwanden einfach vom Markt. Zugleich hat Apple die Server-Version seines Betriebssystems deutlich verbilligt und bietet sie als einfaches Upgrade über den Appstore an.

Willkommen, Prosumer und Semi-Profis!
Was aber bringt es, eine potente, kauffreudige Kundengruppe vor den Kopf zu stoßen, die sich nicht scheut, für eine Investition viel Geld auszugeben? Vielleicht zwei noch größere Käufergruppen: Wer wie der Autor dieser Zeilen für Verlage oder Medienhäuser arbeitet, der weiß, dass es einen enormen Bedarf an Fotos und Videos gibt, zugleich aber das Budget nicht mehr vorhanden ist, um diese von ausgebildeten Profis wie Fotografen, Kameraleuten oder Cuttern produzieren zu lassen. Da muss dann der Redakteur selber ran, der eigentlich für ganz andere Aufgaben ausgebildet ist. Und genau hier haben FCPX oder Aperture 3 ihre Stärken: Sie erlauben es Laien, die sich in Filmschnitt und Bildbearbeitung nur eingearbeitet haben, zu professionell aussehenden Ergebnissen zu kommen. Ähnliches gilt auch für die Prosumer: Enthusiasten, die viel Geld in Foto- und Videotechnik als Hobby stecken und in ihrer Freizeit beachtliche Arbeiten schaffen. Diese Gruppen sind allemal größer als die ausgebildeten Profis. Und ja, ich gehöre dazu.

Platz für andere
Ob Apple seine anspruchsvollsten Kunden dennoch halten kann? Man wird sehen. Alternativen für Final Cut Studio gibt es jedenfalls – auch auf der Mac-Plattform. Besonders Adobe kann sich freuen: Premiere hat in den letzten Jahren einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht, After Effects ist sowieso das beliebteste Motion-Graphic-Tool auch auf dem Mac und Lightroom ein würdiger Gegner für Aperture.

Final Cut Pro X im AppStore

Ich habe gerade gesehen, dass Apple Final Cut Pro X im Appstore freigeschaltet hat! Und das zu einem absoluten Kampfpreis: 240 Euro für Final Cut Pro plus jeweils 40 Euro für Motion und Compressor.
Die Funktionalitäten von Soundtrack Pro, Color und DVD Studio Pro sind wohl jetzt in Final Cut Pro integriert, wenn ich es richtig sehe, aber mit abgespecktem Funktionsumfang. Das muss ich mir aber bei Gelegenheit noch mal im Detail ansehen.
Highlight ist die neue Magnetic Timeline: Dabei verschwinden die klassischen Spuren, in die man bisher sein Audio- und Videomaterial abgelegt hat und man kann seine Clips sehr viel freier arrangieren. Final Cut Pro sorgt dabei im Hintergrund dafür, dass alles passt.
Neu ist auch ein Analysefeature, dass beim Import wichtige Eigenschaften des Footage erfasst und so das Sortieren und das Erkennen von Problemen erleichtert.

Ich habe zurzeit noch Final Cut Studio 2 auf meinem Rechner; nun also die vorletzte Version. Aber mir juckt es schon gewaltig in den Fingern Final Cut Pro X zu kaufen …

Final Cut Pro X gibt's jetzt im AppStore zu kaufen

Die Zukunft von MobileMe

Am 30. Juni 2012 ist Schicht im Schacht für MobileMe. Bis dahin sollen alle Kunden brav zur neuen iCloud gewechselt sein. Die Accounts aller bestehenden User werden bis dahin kostenlos verlängert. Das gab Apple in einem soeben freigeschalteten Service-Dokument bekannt.
Ein Verlust ist MobileMe nicht. Ich habe den Dienst selten fehlerfrei erlebt; von der lahmen Geschwindigkeit ganz zu schweigen. Aber lassen wir Berufenere die Misere beim Namen nennen, Steve, bitte!
iCloud soll völlig neu programmiert sein. Ich bin gespannt …