Eine Krise ist nicht das Ende der Rich Internet Applications

Rich Internet Applications (RIA). In den drei Wörtern steckte mal Musik. Plugins, die dem Browser beibringen, was HTML nicht vermag und die den Kreativen ganz andere Möglichkeiten erschlossen als die Seitenbeschreibungssprache. Dafür stand Adobe Flash wie keine zweite Technologie – auch wenn es mit Microsoft Silverlight natürlich einen leistungsfähigen Konkurrenten gibt. Doch scheinen beide in einer handfesten Krise zu stecken. Da ist Microsoft, das ein großes Silverlight-Update in einem schlichten Entwicklerblog postet  und dessen leitende Mitarbeiter immer mal wieder über ein Aus für Silverlight spekulieren, nur um sich kurz darauf zu korrigieren.

Ankündigung von Microsoft Silverlight 5

Microsoft kündigte Silverlight 5 nur sehr dezent an.

Und Adobe? Das kriselnde Unternehmen hatte im Dezember 2005 für 3,5 Milliarden Dollar in Aktien Macromedia erworben – wegen Flash. Das kleine Plugin war (und ist) in fast jedem Browser installiert. Kontroversen gab es immer, vor allem um die Usability von Flash-Seiten, infrage gestellt war es dadurch ernsthaft nie. Bis das iPhone kam. Steve Jobs Abneigung gegen die Technologie des Wettbewerbers Adobe schien anfangs lächerlich, doch die wachsende Zahl von iPhone-Anwendern in den Analyse-Dateien kommerzieller Websites schuf Fakten: Niemand wollte auf diese Besserverdiener verzichten. Vier Jahre nach dem Start des iPhones verzichtete Adobe darauf, seine Flash-Technologie für Mobilgeräte weiterzuentwickeln, an ihre Stelle sollen nun AIR-Apps treten, was entschieden nicht das gleiche ist.

Für die Kreativen heißt das nun, einen Gang zurückzuschalten, denn es wird lange dauern, bis HTML5 das kann, was Flash oder Silverlight heute leisten. Dennoch werden wohl über kurz oder lang auf diesem Weg die RIAs wieder zurückkehren, dann wenn HTML5 oder sein Nachfolger den Leistungsrückstand aufgeholt haben und wenn Adobe und Microsoft es richtig machen, werden die Kreativen diese neuen RIAs in Flash CS7 oder Expression Studio 5 entwickeln.